Unbequemer Tag für Paul Estermann - die neue Verhandlung steht an

Credit : Scoopdyga (Archiv)

Dienstag 19 November - 08h56 | Stephanie Sieckmann

Unbequemer Tag für Paul Estermann - die neue Verhandlung steht an

Springreiter Paul Estermann hat sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert, die Gegenstand der Gerichtsverhandlung in Sursee (Schweiz) waren und vor zwei Monaten zu seiner Verurteilung führten. Statt sich zu einer Stellungnahme zu entscheiden, zeigte der 56-jährigen Reiter den Staatsanwalt  Anzeig wegen Amtsgeheimnisverletzung an und ging in Revision. Heute geht das Verfahren wegen mehrfacher Tierquälerei in die nächste Instanz und wird in Willisau neu aufgerollt. 

Die Schweizer Zeitung Blick.ch bringt den Fall von Paul Estermann in der heutigen Ausgabe ziemlich groß. Paul Estermann wäre es sicher lieber, wenn das Verfahren, das heute vor dem Gericht Willisau in die nächste Runde geht, nicht mehr als eine kleine Randnotiz wäre. Noch besser wäre, gar nicht darüber zu reden. Genau das macht der Springreiter selbst. Er schweigt. und genießt vom Schweizer Pferdesportverband gewissermaßen Rückendeckung. Denn der Verband sieht sich in der Pflicht die Unschuldsvermutung zu vertreten, solange es kein rechtskräftiges Urteil gibt und die Vorwürfe der mehrfachen Tierquälerei nicht bestätigt sind. So kommt es, dass Paul Estermann in den letzten Monaten in der Nationalmannschaft starten durfte, obwohl das Verfahren anhängig war. 

Mit dem neuen Verhandlungstermin vor dem Bezirksgericht in Willisau wird der gesamte Vorgang erneut aufgerollt. Der erste Prozess hatte zwei Jahre gedauert. Vor zwei Monaten war das Urteil in Sursee bekanntgegeben worden. Das Ergebnis: Ein Strafbefehl wegen mehrfacher Tierquälerei mit einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je 160 Franken und einer Busse von 3600 Franken. Paul Estermann hatte das Urteil nicht akzepiert. Daher folgt nun der Prozess in nächster Instanz. Gut möglich, dass der neue Prozess ebenso lange dauert. Mit dem Rückhalt, den der Reiter im Verband genießt, kann er dann zwischenzeitlich bei den Olympischen Spielen in Tokio starten. Dann aber nicht mehr mit Castlefield Eclipse, der Stute, mit der er 2014 bei den Weltreiterspielen in Caen am Start war. Die Stute war es, die den Stein ins Rollen brachte. Ein ehemaliger Pfleger hatte Paul Estermann wegen Misshandlung seines Pferdes angezeigt. Inzwischen lebt die Stute nicht mehr. Sie musste nach einem Weideunfall eingeschläfert werden.

Quelle: blick.ch
 

 
 
 
 
 
 

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