FEI vergibt WM 2022 für vier Disziplinen nach Herning, für Fahren und VS nach Italien

Christian Ahlmann mit Codex One bei der EM in Herning
Credit : Scoopdyga (Archiv)

Montag 18 November - 09h08 | Stephanie Sieckmann

FEI vergibt WM 2022 für vier Disziplinen nach Herning, für Fahren und VS nach Italien

Der Weltreitsportverband FEI tagt in Moskau und hat zum Auftakt der Generalversammlung bekanntgegeben, wo die nächsten Championate ausgetragen werden. Dänemark hat den Zuschlag für die Austragung der Weltmeisterschaften im Jahr 2022 in vier Reitsport-Disziplinen bekommen. Herning kann sich glücklich schätzen mit dieser Entscheidung. Die Reiter auch. 



Zum Auftakt der Generalversammlung des Weltreiterverbandes FEI in Moskau/RUS hat das FEI-Board die Austragungsorte mehrerer Championate vergeben. Demnach wird es 2022 erstmals seit 1990 keine Weltreiterspiele geben. Stattdessen werden die Weltmeisterschaften in den acht Pferdesportdisziplinen an unterschiedlichen Orten ausgetragen.
Vom 6. bis 14. August 2022  werden die Weltmeisterschaften in Springen, Dressur, Para-Dressur und Voltigieren in Herning (Dänermark) ausgetragen. Reiter und Grooms können mit dieser Entscheidung aufatmen. Eine Hitze wie in Tryon oder Tokio ist in Herning keineswegs denkbar. Gemäßigte Temperaturen sind nach zwei Championaten mit klimatischen Herausforderungen eine willkommene Abwechslung. Wobei die Hitzeschlacht von Tokio ja erst im nächsten Jahr ausgetragen wird. Die Turnierveranstalter von Herning sind erfahren und richten regelmäßig große Veranstaltungen aus, sind damit auch in Sachen Logistik routiniert. Bei den Europameisterschaften im Jahr 2013 haben Dressur- und Springreiter ihre Championate in Herning ausgetragen.  Auch wenn 2022 Sportler aus vier Disziplinen ihre WM in Herning wahrnehmen werden, ist davon auszugehen, dass die Organisation funktionieren wird.

Vielseitigkeit und Fahrsport in Italien

Die Vielseitigkeitsreiter ermitteln ihre Weltmeister von 14. bis 18. September in Pratoni del Vivaro/ITA. Dort wird eine Woche später auch die WM der Fahrer ausgerichtet (21. bis 25. September). Auch das ist eine Entscheidung für einen bekannten Austragungsort. Pratoni del Vivaro ist regelmäßig Standort einer Nationenpreis-Etappe im FEI Nationenpreis der Vielseitigkeitsreiter. Die Bedingungen sind erprobt, müssen also nicht vollständig neu erschaffen und getestet werden. Das ist für den Weltreiterverband ein ebenso großer Vorteil wie für die Reiter. 


 
 

Das Aus für die Weltreiterspiele?

Seit 1990 hatte die FEI im Vierjahres-Rhythmus Weltreiterspiele vergeben. Über die Zukunft dieses Modells, bei dem innerhalb von zwei Wochen Weltmeisterschaften in acht Pferdesport-Disziplinen an einem Ort ausgetragen werden, wurde bereits während und nach der letzten Ausgabe in Tryon 2018 diskutiert. Aufgrund des Mangels an Bewerbern hatte die FEI anschließend beschlossen, die Bewerbungsphase für die Weltmeisterschaften 2022 erneut zu öffnen und Veranstaltern die Möglichkeit zu geben, sich für die Austragung von Weltmeisterschaften in einzelnen Disziplinen zu bewerben.
 
»Als wir den Bewerbungsprozess für die FEI-Weltmeisterschaften 2022 für einzel- und multidisziplinäre Ausschreibungen eröffneten, war es unsere Absicht, Veranstaltungen zu organisieren, die überschaubarer und nachhaltiger an bewährten Orten stattfinden«, sagte FEI-Generalsekretärin Sabrina Ibáñez. »Mit der Vergabe dieser multidisziplinären Meisterschaften an Herning und Pratoni del Vivaro arbeiten wir mit Gastgebern zusammen, die bereits über die notwendige Erfahrung und Infrastruktur verfügen, um Meisterschaften im Pferdesport auf Weltklasse-Niveau zu organisieren.«
 
Dr. Dennis Peiler, Geschäftsführer des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei, begrüßte einerseits die Entscheidung der FEI, bedauerte aber auch das vorläufige Ende der Weltreiterspiele: »Die Weltreiterspiele haben bisher alle Veranstalter, bis auf Aachen, an den Rand und darüber hinaus des finanziell und organisatorisch Machbaren gestellt. Es ist deshalb nachvollziehbar, dass die FEI nun WM-Ausrichtern mehr Gestaltungsspielraum lässt. Aber gerade für die nicht-olympischen Disziplinen waren die Weltreiterspiele die Plattform schlechthin, um Aufmerksamkeit für ihre Sportart zu bekommen, wie sie sie sonst nie haben.«
 
Das FEI-Board beschloss einstimmig, dass die Entscheidung über die Weltmeisterschaften in Distanzreiten und Reining bis zum Ergebnis der Diskussionen über die Zukunft beider Disziplinen im Rahmen der Generalversammlung am 18. November und der Abstimmung am 19. November verschoben werden soll.

Quellen: FEI / FN Press

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