Tokio bereitet sich auf seine Gäste vor

Credit : Sancha

Mittwoch 02 Oktober - 10h35 | Stephanie Sieckmann

Tokio bereitet sich auf seine Gäste vor

Tokio bereitet sich auf den Gästestrom vor, der 2020 bei den Olympischen Spielen in der Stadt erwartet wird. Dazu gehört unter anderem auch die Einrichtung mehrsprachiger Dienste in unterschiedlichen Bereichen des öffentlichen Lebens. Die Gäste aus Europa, Amerika, Australien und Afrika sollen sich in der Landeshauptstadt zurecht finden können - auch ohne fundierte Japanischkenntnisse. Tokio setzt dabei unter anderem auf ausländische Taxifahrer, KI-Roboter an Bahnhöfen aber auch auf moderne Informationszentren, die Gästen den Weg weisen.

 - Tokio bereitet sich auf seine Gäste vor

So sieht einer der KI Roboter aus, die in Tokio ausländischen Gästen helfen sollen.
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Die Sprachbarriere in Japan ist hoch
Wenn im nächsten Jahr Ahtleten und Besucher nach Tokio strömen, stehen die meisten von ihnen vor einem großen Problem: Sie sprechen kein Japanisch und können die Schrift nicht lesen. Sich in der Metropole zurechtzufinden, wird damit schwierig. Japan ist sich dieses Problems bewusst und bereitet sich auf seine Gäste vor. So ist vor dem Tokyoter Bahnhof Sangenjaya eine besondere Touristeninformation eröffnet worden: Neben klassischen Info-Broschüren und moderner Technik wie Tablets steht den Mitarbeitern ein kleiner KI-Roboter zur Seite. „RoBoHoN“ versorgt Reisende mit ausgewählten Informationen zu Tokyos Sehenswürdigkeiten und bezaubert seine Gesprächspartner mit smarten Sätzen. Das löst natürlich noch nicht das Problem, ist aber schon mal ein netter Anfang. Doch in Tokio wird fleißig an der Umsetzung weiterer Maßnahmen gearbeitet.

Mit dem Taxi zum Olympiastadion - kein Problem
In Tokyo kann eine Taxifahrt zu einem einzigartigen kulturellen Erlebnis werden: Die Fahrzeuge sind makellos sauber, die Türen öffnen sich automatisch und der perfekt gekleidete Fahrer mit Anzug und Krawatte ist überaus zuvorkommend und ein wahrer Experte, wenn es um die Navigation durch die weltweit größte Metropole geht. Bisher war der Job des Taxifahrers fast ausschließlich Einheimischen vorbehalten, da nur diese das wahre „Omotenashi“ – die japanische Gastfreundschaft – verkörpern.
Mit Blick auf die Rugby-Weltmeisterschaft und die Olympischen Sommerspiele haben die Tokyoter Taxiunternehmen jedoch ein „Nachwuchs-Problem“. Aufgrund einer alternden Bevölkerung und den geplanten Großveranstaltungen gibt es aktuell nicht genügend Fahrer. Dies veranlasst die Unternehmen zu einem Schritt, der vor einigen Jahren noch undenkbar gewesen wäre: Ausländer dürfen sich ab sofort hinter das Steuer setzen. Mithilfe der zusätzlichen Fahrer möchte die Landeshauptstadt den zusätzlichen Besucherzahlen während der Olympischen Spiele gewachsen sein und gleichzeitig die Sprachenvielfalt ausbauen. Wer sich als Tokyoter Taxifahrer qualifizieren möchte, der muss zuerst durch eine strenge Schule und das „Omotenashi“ erlernen.

Konnichiwa an einen kleinen Roboter
Japans Bahnunternehmen greifen im HInblick auf die im kommenden Jahr anrauschenden Gäste aus dem Ausland auf innovative Informations- und Kommunikationstechnologien zurück: Der Tokyoter Bahnhof Shimokitazawa, genauer gesagt der Bereich der Eisenbahnlinie Keio Inokashira war bis vor Kurzem die Heimat eines 30 Zentimeter großen Roboters. „Shimokitazawa Rei“ ist ein Werk der Omron Social Solutions Co. Ltd. und seit März 2019 im Testeinsatz durch die Keio Corporation. Mittels künstlicher Intelligenz erteilt der kleine Helfer Routenvorschläge und Informationen über Einrichtungen in der Nähe relevanter Stationen. Zu Beginn konnte „Shimokitazawa Rei“ ausschließlich auf japanische Anfragen reagieren, seit Juni jedoch beantwortet der Roboter auch Fragen auf Englisch, Chinesisch und Koreanisch. Mit Beginn des Rugby World Cups ist der kleine Roboter Anfang September in die Shinjuku Station umgezogen, um noch mehr Urlaubern den richtigen Weg zu weisen. Andere Eisenbahnlinien planen ebenfalls den Einsatz von KI-Robotern an diversen Stationen in der Hauptstadt.
Spätestens zu den Olympischen Spielen dürften Flugreisende am Haneda-Airport auch „Kaiba“ antreffen –   einen kleinen Roboter, der aktuell noch durch den Terminal für Inlandsflüge rollt und den Passanten Fragen rund um den Flughafen beantwortet. Neben Japanisch spricht „Kaiba“ auch Englisch und weist den Fluggästen gerne den Weg.

Quelle: PM

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