Gericht befasst sich weiter mit schweren Vorwürfen gegen Paul Estermann

Credit : Scoopdyga (Archiv)

Donnerstag 19 September - 14h26 | Stephanie Sieckmann

Gericht befasst sich weiter mit schweren Vorwürfen gegen Paul Estermann

Der Schweizer Springreiter Paul Estermann wurde 2017 beschuldigt sein Pferd Castlefield Eclipse misshandelt zu haben. Jetzt hat ein Gericht den Springreiter wegen Tierquälerei verurteilt. Das Urteil ist aber nicht rechtskräftig. Der Reiter hat Einspruch eingelegt - der Fall wird jetzt vom Bezirksgericht Willisau neu verhandelt.

Nach dem Urteilsspruch des Gerichts, bei dem der 56-jährige Springreiter Paul Estermann der Tierquälerei für schuldig befunden wurde, erklärte die Saatsanwaltschaft Sursee (Schweiz), dass der Springreiter nicht geständig sei. Dies habe dazu beigetragen, dass das Verfahren sich über 2,5 Jahre hingezogen habe. Estermann hat sich also nicht zu den Vorwürfen bekannt. Er geht sogar einen Schritt weiter. Er hat Einspruch eingelegt.

Nach dem Urteilsspruch ist der Fall Paul Estermann also noch lange nicht erledigt. Der Fall wird jetzt in einer anderen Instanz erneut aufgerollt. Diesmal ist das Bezirksgericht Willisau zuständig. Dabei geht es immer wieder um die Misshandlung der Stute Castlefield Eclipse. Paul Estermann wird vorgeworfen, er habe die Stute mit einer Gerte geschlagen. Mehrfach. Solange, bis der Bauch der Stute mit blutigen Striemen übersät gewesen sei. Ein ehemaliger Pfleger hatte den Schweizer angezeigt und Fotos als Beweis geliefert. Auf den Fotos ist jedoch nur der Pferdebauch zu sehen. Ziel der Schläge sei es gewesen, ein besseres Trainingsergebnis zu erzielen. Auch ein zweites Pferd soll auf diese Weise misshandelt worden sein. 

Noch steht der Schweizer Verband (SVPS) hinter Paul Estermann. Der Verband verweist in einer ersten Stellungnahme auf die Unschuldsvermutung, die gilt bis der Reiter rechtskräftig verurteilt ist. Da Estermann Einspruch gegen das Urteil der ersten Instanz eingelegt hat, ist der Urteilsspruch "mehrfache Widerhandlung gegen das Tierschutzgesetz (Tierquälerei)", der  mit einer bedingten Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je 160 Franken und einer Busse von 3600 Franken bestraft werden sollte, nicht rechtskräftig geworden. Bleibt abzuwarten, wie das Gericht in Willisau entscheidet. 
 

 
Quelle: Blick.ch und pferdewoche.ch

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