Warum einen Pferde-Makler einschalten? - Mit Paul Schockemöhle, Tal Milstein und Uri Burstein

Credit : Karl Heinz Freiler

Samstag 30 September - 12h45 | Eloise Lepine

Warum einen Pferde-Makler einschalten? - Mit Paul Schockemöhle, Tal Milstein und Uri Burstein

Jeder Reiter träumt davon, eines Tages das perfekte Pferd zu finden. Grand Prix hat für Sie dazu mehrere europaweit anerkannte Experten – darunter Paul Schockemöhle, Tal Milstein und Uri Burstein – nach ihrem Rat gefragt! Der erste Reflex des Käufers ist oft, im Internet zu suchen, wo das Angebot ebenso groß wie vielfältig ist ... Einen Makler einzuschalten, kann sich als wesentlich effektiver erweisen. Dieser sondiert den Markt, auf den er sich spezialisiert hat, um danach Käufer und Verkäufer zusammen zu führen. Damit ist für den Amateur-Reiter die Einschaltung eines Profis ein interessanter Weg, seine Suche zu erweitern.  

Schritt 1: Das Kennenlernen

Tal Milstein, ein in der Nähe von Brüssel beheimateter Profi, hält diesen ersten Schritt für wesentlich: "Wenn ein Amateur-Reiter, den wir nicht gut kennen, uns anspricht, bitten wir ihn zunächst, einige Videos von ihm zu sehen zu bekommen. Damit werden wir in die Lage versetzt, sein Niveau einzuschätzen. Danach erkundigen wir uns nach seinen Zielen und natürlich nach dem Budget. "Meine Hauptaufgabe als Vermittler ist es herauszufinden, welches Pferd am besten für den Kunden geeignet ist", erklärt Uri Burstein, ein in Deutschland ansässiger und europaweit arbeitender Pferde-Scout.
 
Schritt 2: Die Suche

Die Rolle des Maklers ist es, die Anfrage des Kunden mit dem Angebot des Marktes abzugleichen. Die Suche nach Pferden ist der Kern des Geschäfts dieser Männer und ihre alltägliche Haupttätigkeit: Sie wissen, wo sie suchen müssen. "Manchmal haben wir in unseren Ställen nicht das passende Pferd. Dann wenden wir uns an unsere Partner und Kontakte. Wir verfügen über ein weitgespanntes Netzwerk von Fachleuten, das uns erlaubt, unseren Kunden stets eine große Auswahl guter Pferde anbieten zu können", sagt Tal Milstein. Uri Burstein geht bei seiner Suche noch weiter: "Dank meines umfangreichen Netzwerks sammle ich alle möglichen Informationen über die Pferde, die meiner Meinung nach in Frage kommen. Dabei lege ich den größten Wert auf ihre Abstammung, ihre Turnierergebnisse und – zu ihrem besseren Verständnis – alle Hinweise zu ihrer Geschichte. Dann fahre ich persönlich hin, probiere sie aus und prüfe, ob sie den gestellten Anforderungen auch tatsächlich entsprechen. Dadurch kann ich meinen Klienten zu jedem Pferd eine komplette Analyse liefern. Für Paul Schockemöhle ist und bleibt das erste Auswahlkriterium die Gesundheit des Pferdes.
 

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Schritt 3: Das Ausprobieren
 
Sobald die Vorauswahl getroffen ist, organisiert der Makler die Proberitte. Einige Makler ziehen es vor, alle in Frage kommenden Pferde in ihrem Stall zu vereinen, um so Kosten und kostbare Zeit zu sparen. Denn alle ausgewählten Pferde auf einmal zu sehen, ermöglicht dem Interessenten einen sofortigen Vergleich und damit auch, schneller mit der Suche voranzukommen.
 
Schritt 4: Die Ankaufsuntersuchung
 
Sobald der Kunde sich für ein Pferd entschieden hat, wird in der Regel der Besuch eines Tierarztes organisiert. "Der Gesundheitszustand des ausgewählten Pferdes muss den vom Reiter verlangten Anforderungen entsprechen. Deshalb lassen wir eine komplette klinische und radiologische Untersuchung durchführen. Anhand der Ergebnisse entscheiden wir, ob es mit dem Verkauf weitergehen kann", sagt Tal Milstein. Selbst wenn die Ergebnisse der Ankaufsuntersuchung die Wahl des Reiters ohne Bedenken bestätigt, sind manchmal noch einige Formalitäten zu erledigen. Auch hierbei kann der mit solchen Formalitäten vertraute Makler vielleicht eine wertvolle Hilfe sein.
 

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Paul Schockemöhle
Credit : Scoopdyga

Schritt 5: Der Verkauf
 
Nachdem der Makler seinen Klienten mit dem Verkäufer in Kontakt gebracht hat und die Auswahl beendet ist, nimmt er normalerweise am Verkauf selbst nicht mehr teil. Allerdings ist die Vermittlung sein Beruf, und diejenigen, die ihn ausüben, müssen bezahlt werden. Im Allgemeinen bekommt der Makler im Einvernehmen mit Kunden und Verkäufer eine Provision auf den Verkaufspreis. Paul Schockemöhle weiß jedoch, dass Kunden auch ein gewisses Misstrauen haben: "Viele Pferdehändler legen keinen Wert darauf, dass das neue Paar funktioniert, sondern nur auf ihre Provision. Natürlich ist das ein Beruf, jeder muss leben! Bei uns weiß man aber, dass selbst wenn wir an einem Verkauf kein Geld verdienen, das Paar aber gut harmoniert und der Reiter zufrieden ist, er bei erneuter Suche auf uns zurückkommt."
 
Schritt 6: Der Kundenservice
 
Ist der Verkauf abgeschlossen, besteht in der Aufrechterhaltung des Kontaktes mit dem Makler ein weiteres Plus. "Der Verkauf endet nicht am Tag der Unterschrift. Es ist der After-Sales-Service, der die Qualität eines guten Verkäufers bestimmt", sagt Paul Schockemöhle. "Wir helfen dem Reiter bei der Suche nach seinem neuen Pferd und beim Verkauf, darüber hinaus begleiten wir das neue Paar für ein oder zwei Jahre. Wir verfolgen seine Ausbildung und begleiten ihn manchmal selbst aufs Turnier", erklärt der erfahrene Pferdmann. Auch für Uri Burstein ist die Einbindung eines Profis vor, während und nach dem Verkauf unerlässlich: „Genauso wie man kein Haus ohne die Hilfe eines Architekten bauen würde, sollte man bei der schwierigen Suche nach dem passenden Pferd einen Experten seines Vertrauens zu Rate ziehen."
 
Welche Garantien hat der Reiter?
 
Es passiert, dass sich das erworbene Pferd nicht so entwickelt, wie es sich der Reiter vorgestellt hat. Der Fachmann, insbesondere der Makler, ist verpflichtet, dem Reiter so viele Informationen zu geben wie er braucht, um seine Wahl mit Sachkenntnis treffen zu können, und ihn dabei möglichst objektiv zu unterstützen. Wenn sich nach dem Verkauf herausstellt, dass der Vermittler diese Rolle nicht voll erfüllt hat, kann man ihn verklagen.
 
Finden Sie HIER Uri Bursteins kompletten Wegweiser "Wie finde ich das richtige Pferd?
 

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